Dreschflegel Bio-Saatgut

Pflanzenportrait: Zuckerwurzel - Delikatesse und Süßungsmittel
(Autor: Quirin Wember)

Herkunft

Zuckerwurzel
Zuckerwurzel

Der Ursprung der Zuckerwurzel ist unklar. Einerseits gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sie erst im 16. Jahrhundert von Russland aus in Mitteleuropa verbreitet wurde.

Andererseits trägt die Art sisarum den Namen einer Wurzel "Siser", die um 100 n. Chr. aus dem Kastell Gelduba (heute Gellep bei Krefeld) nach Rom importiert wurde, welche also vermutlich am Niederrhein besser wuchs als in Italien, von der aber unsicher ist, ob es sich dabei wirklich um die Zuckerwurzel gehandelt hat.

Die Zuckerwurzel (Sium sisarum) wird auch Gierlein oder Gritzelmöhrlein genannt.


Botanik

Die Jugendentwicklung der Zuckerwurzel ist kräftig, und sie kann nach der Aussaat im April schon im ersten Sommer bis 1,50 m hoch werden und zur Blüte gelangen.

Besonders kennzeichnen sie aber die staudenartigen Büschel von mehr oder weniger verzweigten Wurzeln. Dadurch wird sie praktisch mehrjährig bis ausdauernd.

Es bilden sich immer neue Wurzeln, die im folgenden Jahr selbst austreiben und sich weitervermehren. Durch Teilung kann die Zuckerwurzel so auch vegetativ erhalten und vermehrt werden. Die einzelnen Wurzeln sind nur fingerdick und etwa 15 bis 30 cm lang.


Ernte und Lagerung

Im zweiten oder dritten Jahr werden die Wurzeln zwar noch etwas dicker, doch wird der Zentralzylinder (vergleichbar dem "Herz" der Möhre) dann zäh, so dass sie besser im ersten Herbst geerntet werden.

Dabei können dann gleich wieder einzelne Wurzelstücke mit den bereits sichtbaren neuen Knospen fürs nächste Jahr eingepflanzt werden.

Nur wenn im Winter mit Wühlmausbesuch zu rechnen ist, sollten diese besser in Sand im Keller eingeschlagen und im Frühjahr gepflanzt werden. Genauso lassen sie sich für die Küche lagern.


Verwendung

Der Verwendung sind keine Grenzen gesetzt: geraspelt als Zutat zu Rohkostsalaten, gekocht, gedünstet, gebraten – überall bringen sie durch ihr Aroma und die starke Süße eine spezielle Note.

Da sie beim Kochen leicht mehlig werden, lässt sich auch ein köstliches Püree daraus bereiten, das mit Butter und Kräutern angerichtet wird.

Früher soll aus der Zuckerwurzel auch Zucker bereitet worden sein, dabei hat es sich aber wohl nicht um Kristallzucker, sondern einen Sirup wie Birnendicksaft oder das im 19. Jahrhundert als Vorstufe des Rübenzuckers, ähnlich dem Apfelkraut, entwickelte "Rübenkraut" gehandelt.


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