Biologisches Saatgut
Bio - Saatgut

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Grundlagen des Umgangs mit Bio-Saatgut

 Dreschflegel-Info Praxis

  Die Aussaat und Lagerung von Saatgut

Qualität
In unsere Portionstüten füllen wir Saatgut hoher Qualität, das die gesetzlichen Anforderungen an Reinheit, Keimfähigkeit usw. erfüllt. Bei seltenen Arten, für die es keine Bestimmungen gibt, haben wir uns Qualitätsvorgaben in Anlehnung an gängige Gemüsearten gesetzt. Hier kann es vorkommen, dass wir eine geringere Keimfähigkeit durch Mehreinwaage von Saatgut ausgleichen, was dann auf der Tüte vermerkt ist, damit entsprechend dichter ausgesät werden kann.

Einige dieser Exoten, besonders die mit Wildcharakter, sind aber auch sogenannte Schwerkeimer. Deren Kultur braucht etwas Geduld und Fingerspitzengefühl bei der Aussaat.

Saattiefe
Eine alte, nicht unbedingt wörtlich zu nehmende Faustregel besagt, die Samen sollen doppelt so hoch mit Erde bedeckt werden, wie sie selbst dick sind. Feine zarte Keimlinge vermögen oft nur geringere Erdschichten zu durchbrechen als große kräftige - z.B. Bohnen wollen "die Glocken läuten hören". Da sie als große Samen aber viel Feuchtigkeit zum Quellen benötigen, legt man sie so, dass sie in feuchtes Erdreich kommen, bedeckt aber nur mit ca. 2 cm Erde. Sie kommen bei Häufchensaat von je 5-6 Korn pro Mulde zügiger als bei Einzelkornsaat und haben dann auch weniger unter der Bohnenfliege zu leiden.

Klima
Feine Samen, wie Möhren oder Zwiebeln vertragen keine Bodenverkrustung, wie sie bei Trockenheit nach starkem Regen oder Angießen entsteht. Hier lässt sich durch leichtes Andrücken mit dem Rechen die Kruste brechen. Auch eine vorsichtige "Blindhacke" zwischen den Saatreihen fördert durch Belüftung und Schutz vor Austrocknung das Auflaufen der Saat.

Besonders knifflig sind feine, langsam keimende Samen, die sowohl flache Saat als auch über mehrere Wochen Feuchtigkeit verlangen, wie z.B. Petersilie oder Stiefmütterchen. Hier kann ein Abdecken der Beete mit Brettern, Jutesäcken oder Schilfrohrmatten hilfreich sein.

Auch zuviel Feuchtigkeit kann schaden: bei der Anzucht von Kürbis und Zucchini wird oft des guten zuviel getan. Sie brauchen mäßige Feuchte - keine Nässe - und wie Tomaten, Paprika und Gurken viel Wärme zum Keimen.

Salate hingegen können sich bei großer Wärme im Gewächshaus oder im Hochsommer "stur stellen", in Saatkisten in einem kühlen Raum kommen sie dann sofort.

Nur wenige Pflanzen, wie z.B. Dicke Bohnen vertragen eine sehr frühe Aussaat Ende Februar/Anfang März, vielen anderen ist der Boden dann noch zu kalt und zu naß, sie holen den Zeitvorsprung bei Aprilsaat schnell wieder auf.

Beobachtung
Mit der Zeit bekommt jede Gärtnerin und jeder Gärtner ein Gespür dafür, wie die einzelnen Saaten an ihrem Standort zu behandeln sind. Besondere Eigenwilligkeiten mancher Samen geben wir jeweils im Katalog an.

Oft werden auch junge Keimlinge z.B. von Möhren oder Dahlien noch unter oder unmittelbar beim Durchbrechen der Erde von Schnecken abgefressen! Gegen die eigene Verwunderung, "dass da nichts kommt", hilft nur die aufmerksame feine Beobachtung, die so oft die Voraussetzung für ein gutes Gelingen im Garten ist.

Keimfähigkeit
Unser Saatgut bleibt in der Regel über mehrere Jahre keimfähig. Wichtig ist dazu aber eine sorgfältige Aufbewahrung. Der Grundsatz heißt: "kühl und trocken lagern". Heizungskeller (warm), Gemüsekeller (feucht), Dachboden (große Temperaturschwankungen) und auch die meisten Gartenlauben sind für die Saatgutlagerung wenig geeignet. Ist kein besserer Ort vorhanden, lassen sich die trockenen (!) Tütchen in luftdichten Gefäßen verschlossen im gleichmäßig kühlen Keller aufbewahren.

   

Keimtest

  
   

Keimtest

Wenn Unsicherheit wegen der Keimfähigkeit selbst gelagerten Saatgutes besteht, kann sehr leicht eine einfache Keimprobe gemacht werden:
z.B. auf befeuchtetem Küchenpapier, das allerdings nicht austrocknen darf.

Auf der Rückseite unserer Tüten ist das Jahr der Keimfähigkeitsprüfung aufgestempelt; selbstverständlich haben wir Partien mit nicht aktueller Jahreszahl vor Verlassen unseres Lagers erneut getestet.

Rückfragen
Neben der Jahreszahl steht eine Partienummer, die Sie bitte bei allen Rückfragen angeben, mit denen Sie sich an den ebenfalls aufgestempelten Vermehrungsbetrieb wenden können. Rückmeldungen sind jederzeit willkommen, damit wir noch mehr erfahren, wie sich unser Saatgut in Ihren Gärten bewährt.

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